Die Amtsärztliche Überprüfung

Die Rechtsgrundlage: § 1 Heilpraktikergesetz (HPrG)

"Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt (approbiert) zu sein, ausüben will, bedarf dazu der Erlaubnis."

Laut Heilpraktikergesetz hat sich der Heilpraktiker-Anwärter einer Überprüfung durch den Amtsarzt beim Gesundheitsamt zu unterziehen.Prüfende Behörde sind die staatlichen Gesundheitsämter. Welches Gesundheitsamt die Überprüfung vornimmt, hängt entweder vom Wohnsitz des Antragsstellers oder - evtl. abweichend - vom Ort der beabsichtigen Niederlassung ab.

Für den Landkreis Miesbach findet die Überprüfung zentral beim Landratsamt München statt. Die Überprüfung gliedert sich in einen schriftlichen (Multiple Choice Fragen) und einen mündlich-praktischen Teil.

Die gesundheitsamtlichen Überprüfungen finden 2x jährlich wie folgt statt:

  • 3. Mittwoch im März (Anmeldeschluss 31.12. des Vorjahres.)
  • 2. Mittwoch im Oktober (Anmeldeschluss 30.06. des laufenden Jahres)

Die Prüfungskommission besteht normalerweise aus dem Amtsarzt und einem oder mehreren Heilpraktiker/innen, die den Status von Beisitzern innehaben.

Vergleiche auch Homepage des Landkreis Miesbach

Prüfungsvoraussetzung

Die Zulassung zur Überprüfung ist an folgende Voraussetzungen gebunden:

  • Vollendung des 25. Lebensjahres
  • Mindestens Hauptschulabschluss
  • Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses
  • Vorlage eines Gesundheitszeugnisses
  • Bei ausländischen Mitbürgern muss eine gültige Aufenthaltserlaubnis vorliegen

Die Prüfungsinhalte

Damit Sie keine "Gefahr für die Volksgesundheit" darstellen, möchte der Gesetzgeber sicherstellen, dass ein grundsätzliches medizinisches Wissen beim Heilpraktikeranwärter vorhanden ist.

Laut Merkblatt der Stadt München sind folgende Themengebiete prüfungsrelevant.

  • Berufs- und Gesetzeskunde einschließlich rechtlicher Grenzen der nichtärztlichen Ausübung der Heilkunde
  • Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden der Heilpraktiker
  • Grundkenntnisse der Anatomie, pathologischen Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie
  • Grundkenntnisse in der allgemeinen Krankheitslehre, Erkennung und Unterscheidung von Volkskrankheiten, insbesondere der Stoffwechselkrankheiten, der Herz-Kreislauf-Krankheiten, der degenerativen und der übertragbaren Krankheiten, der bösartigen Neubildungen sowie schwerwiegender seelischer Krankheiten
  • Erkennung und Erstversorgung akuter Notfälle und lebensbedrohender Zustände
  • Technik der Anamneseerhebung; Methoden der unmittelbaren Krankenuntersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation, Reflexprüfung, Puls- und Blutdruckmessung)
  • Injektions- und Punktionstechniken
  • Praxishygiene, Desinfektion und Sterilisation
  • Deutung grundlegender Laborwerte

vgl. Merkblatt für Heilpraktikeranwärter, Landratsamt München vom 10.02.2016